Booksmart (2019)

Regie: Olivia Wilde
Original-Titel: Booksmart
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Komödie
IMDB-Link: Booksmart


Zwei Streberinnen beschließen am Abend vor dem Abschluss, Versäumtes nachzuholen und noch auf eine fette Party zu gehen, um die Sau rauszulassen. Gähn. Willkommen in der Welt der Highschool-/College-Komödien. Plumper Partyhumor, Exzesse, ein bisserl Läuterung am Ende – eh schon wissen. Doch hoppla – irgendwas läuft hier anders als sonst. Die Story selbst nicht, denn die wird routiniert und vorhersehbar streng nach Klischee abgespult. Aber was Olivia Wilde mit ihrem Regiedebüt anstellt, ist schlicht und ergreifend genial. Denn so dünn die Storysuppe auch sein mag, so übertrieben nach Schablone die Charaktere auch gezeichnet sind, irgendwie wirkt jede Szene, jede Einstellung von „Booksmart“ erfrischend neu, originell und sympathisch. Die größte Stärke des Films ist es, unter dem Klischeeguss echte Menschen sichtbar zu machen und deren Unsicherheiten, die sich in Überkompensation manifestiert, deren Träume und Irrwege und das Stolpern des verfluchten Herzens, wenn der heimliche Schwarm den Raum betritt. Die Dialoge sind herrlich geschrieben und scharfzüngig, und auch wenn es um Oberflächlichkeiten geht, sind diese zumindest witzig und mit einem großen Gespür für unsere menschlichen Schwächen vorgetragen. Hier sind zwei herzensgute Jugendliche auf Abwegen – und sie wissen das auch. Aber was sein muss, muss sein, denn das Leben muss man schließlich spüren. Es reicht nicht aus, davon zu lesen. So geraten die von Beanie Feldstein und Kaitlyn Denver gespielten Streberinnen Molly und Amy zu wahrhaft denkwürdigen Charakteren – natürlich überzeichnet, aber in der Grundanlage zutiefst menschlich und nachvollziehbar. Was man bemängeln könnte, ist das Fehlen echter Konflikte. Aber „Booksmart“ möchte gar nicht die Lebenswelt amerikanischer Teenager zeigen. Es geht einfach nur darum, Spaß zu haben und ein Zeichen für Selbstbewusstsein und Empowerment setzen. Das gelingt dem Film hervorragend. Und Olivia Wilde als Regisseurin sollte man sich unbedingt fett auf einen Zettel schreiben. Das Debüt ist schon mal sehr gut gelungen.


8,5
von 10 Kürbissen

2 Kommentare

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